
Der Baumeister der Garnisonkirche, Johann Philipp Gerlach, wurde am 24. Juli 1679 in Spandau bei Berlin geboren. 1707 wurde er städtischer Baudirektor Berlins und ab 1720 Oberbaudirektor der Residenzen Berlin und Potsdam. Gerlach entwarf zahlreiche Bürgerhäuser, Adelspalais’ und öffentliche Gebäude, wie die Hauptwache und das Kronprinzenpalais, die Garnison- und Jerusalemer Kirche in Berlin sowie die Nikolai- und sein Hauptwerk, die Garnisonkirche (1730/35) in Potsdam. Er verband dabei holländischen mit französischem Einfluss. Er starb am 17. September 1748 in Berlin.
Bei den Grundbauarbeiten für diese erste Garnisonkirche hatte man allerdings eine Sumpfader getroffen und es dauerte nicht lange, bis sich Risse im Gemäuer zeigten. Am 14. Juli 1730 befahl der König die Abnahme des Glockenspiels und den Turmabbruch. Doch sie sollte sehr bald wenige Schritte entfernt in großzügiger Weise neu erstehen.
Der Glockenturm der neuen Garnisonkirche beherrschte – in ganzer Tiefe aus der Häuserzeile herausgerückt – fortan das Straßenbild, wobei der Durchblick zum Stadtschloss und zum Neustädter Tor freiblieb. Ebenso schlicht wie das mit Lisenen und Rundbogenfenstern gegliederte Kirchenschiff zeigt sich das quadratische Turmuntergeschoß. Drei jeweils verjüngte Turmgeschosse trugen auf den Gesimsen Trophäen- und Fahnenschmuck, der das Gotteshaus als Militärkirche auswies. Über der letzten massiven Etage erhob sich die offene Turmlaterne, welche in einer Volutenbekrönung mit der preußischen Königskrone endete.