
Die Hof- und Garnisonkirche zu Potsdam von dem Architekten Philipp Gerlach (1679-1748) ist eines der herausragenden Bauten des norddeutschen Barock. Das primäre Ziel der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche ist eine weitestgehend form- und materialgerechte Rekonstruktion.
Der Turm war auf ganzer Breite aus der Häuserzeile herausgerückt und beherrschte völlig das Straßenbild, ließ aber den Durchblick zum Stadtschloß und in die Gegenrichtung zum Neustädter Tor frei.
Diese Turmdominante bildete zusammen mit der Heiligengeist- und Nikolaikirche den charakteristischen Potsdamer „Dreikirchenblick”. Zahlreiche Sichtachsen der von Peter Joseph Lenné (1789-1866) gestalteten Havellandschaft mit ihren Aussichtspunkten treffen am Standort der Garnisonkirche zusammen.
Die Fundamente der Kirche sind überwiegend erhaltenen und damit als Bodendenkmal Grundlage des Wiederaufbaus.
Die reichhaltig vorhandenen Quellen erlauben eine Rekonstruktion der ursprünglichen Architektur, in historischer Bauweise und mit authentischem Material (Ziegel und Mörtelzement). Eine solche materialgerechte Herstellung in alten Handwerkstechniken schließt die zeitweise erwogene Anwendung einer zu ummantelnden Stahlbetonkonstruktion aus.
Während der Instandsetzung 1926-1930 wurden vom Äußeren der Garnisonkirche maßstäbliche Aufmaßzeichnungen angefertigt, die erhalten blieben. Darüber hinaus sind diverse Meßbildaufnahmen und hunderte von Detailfotos vorhanden, die eine Rekonstruktion des Äußeren und Inneren bis in die Einzelheiten hinein erlauben.
Eine Reihe von originalen Ausstattungsstücken ist in der Nacht zum 15. April 1945 aus der brennenden Kirche gerettet worden: der Altartisch, das von Schinkel gestaltete Altarleuchterpaar mit Kruzifix, die alten Tauf- und Abendmahlsgeräte, die 1830/40 von Friedrich Wilhelm III. gestifteten Ölgemälde neutestamentlicher Gestalten und das Gittertor des Turmportals von 1906 sowie zwei Paramente (Altarbehänge).
Von architektonischen Details sind nur Spolien erhalten, die aus dem Schutt der Sprengung geborgen wurden und heute teilweise in der Ausstellung zur Garnisonkirche zu bewundern sind .
Zwei der vier 1939 in den Turm gebrachten Läuteglocken aus Bronze sind erhalten und befinden sich heute in der Potsdamer Erlöserkirche. Zwei kleinere Bronzeglocken, 1950 aus Resten des Glockenspiels gegossen, sind als Leihgaben im Südwest-Turm der Nikolaikirche Potsdam und in der Ausstellung Breite Straße 7 vorhanden.